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TFA (Trifluoressigsäure)

Definition

TFA (Trifluoressigsäure, CF3COOH, CAS 76-05-1) ist eine fluorierte organische Säure mit einer Molmasse von 114.02 g/mol, einem pKa von 0.23 (etwa 100000x saurer als Essigsäure), eine flüchtige Flüssigkeit (Sdp. 72°C), die mit Wasser und organischen Lösungsmitteln mischbar ist. Sie ist das emblematischste Reagenz der Peptidchemie und wird sowohl in der SPPS-Synthese, der RP-HPLC-Reinigung als auch in der Strukturanalyse (MS, Edman) eingesetzt.

Finale Abspaltung bei Fmoc-SPPS. Bei der Fmoc-SPPS-Synthese wird TFA als starke Säure für die gleichzeitige finale Abspaltung des Peptids vom Harz und der Seitenkettenschutzgruppen (tBu für Ser/Thr/Tyr, Trt für Cys/Asn/Gln/His, Pbf für Arg, Boc für Trp/Lys, OtBu für Asp/Glu) verwendet. Der Standard-Cocktail besteht aus 95% TFA / 2.5% H2O / 2.5% TIS (Triisopropylsilan als Scavenger, 2-4 h bei Raumtemperatur). Spezialisierte Formulierungen existieren für Cys/Met-reiche Peptide (Reagenz K: TFA/Thioanisol/Wasser/Phenol/EDT 82.5:5:5:5:2.5) oder Trp-reiche Peptide.

Ionenpaarungsreagenz in der RP-HPLC. In einer Konzentration von 0.05-0.1% in den Lösungsmitteln A (Wasser) und B (Acetonitril) eines Peptid-RP-HPLC-Gradienten zugesetzt, wirkt TFA als Ionenpaarungsreagenz: Protoniertes TFA bildet mit den basischen Gruppen des Peptids (NH3+, Guanidinium, Imidazolium) ein Ionenpaar, maskiert die Ladung und erhöht die hydrophobe Retention auf der C18-stationären Phase. Dies verbessert Peaksymmetrie und Auflösung. Nachteil: TFA unterdrückt das Signal im positiven ESI-MS, weshalb es in der analytischen LC-MS durch Ameisensäure (0.1%) ersetzt wird.

Vorsichtsmaßnahmen und Sicherheit. TFA ist ätzend (Haut-, Augen-, Lungenverätzungen bei Inhalation), flüchtig und potenziell ökotoxisch (persistentes Abbauprodukt). Die Lagerung erfolgt in Borosilikatglas- oder PTFE-Flaschen, unter inerter N2-Atmosphäre, licht- und wärmegeschützt. Die Entfernung TFA-haltiger Peptidrückstände (TFA-Addukte) kann durch mehrfache Lyophilisierung aus 10 mM HCl, C18-Sep-Pak-Entsalzung oder Anionenaustauscherharz erreicht werden.