Dosierung
Die Dosierung bezeichnet die in einem Versuchsprotokoll verabreichte oder eingesetzte Peptidmenge, je nach Kontext ausgedrückt als Masse (mg, µg, ng), Konzentration (mg/mL, µM, nM) oder in Einheiten biologischer Aktivität (IU). Die sichere Beherrschung der Dosierung ist eine der wichtigsten methodischen Kompetenzen in der Peptidforschung: Schlecht kalibrierte Konzentrationen beeinträchtigen unmittelbar die Reproduzierbarkeit und wissenschaftliche Validität der Ergebnisse.
Es sind mehrere Berechnungsebenen zu unterscheiden. (1) Bruttomasse: die auf dem Fläschchen angegebene Gesamtmenge (z. B. 5 mg). (2) Netto-Peptidmasse: korrigiert um HPLC-Reinheit und Netto-Peptidgehalt (ein Fläschchen mit 5 mg bei 98% HPLC und 80% Nettogehalt enthält tatsächlich 5 × 0.98 × 0.80 = 3.92 mg Wirkpeptid). (3) Arbeitskonzentration: nach Rekonstitution in einem genau bemessenen Lösungsmittelvolumen. (4) Endkonzentration: nach Verdünnung im Versuchsmedium (Zellkultur, Assaypuffer, Tiervolumen).
In der In-vitro-Forschung variieren die typischen Konzentrationen je nach Peptidaktivität enorm: nM für hochaffine Peptidhormone (Semaglutid, GLP-1, Oxytocin), µM für weniger potente Wachstumsfaktoren (GHK-Cu, bestimmte Thymosin-Fragmente), mM für niedrigaffine antimikrobielle Peptide. Dosis-Wirkungs-Kurven (8 bis 12 Punkte über 4 bis 6 Konzentrationsdekaden) sind der Goldstandard zur Bestimmung von EC₅₀, IC₅₀ und Emax.
In der RUO-In-vivo-Forschung (ausschließlich Tiermodelle mit ethischer Genehmigung) werden Dosierungen üblicherweise in µg/kg oder mg/kg angegeben, mit Anpassung an Verabreichungsweg (subkutan, intraperitoneal, intravenös) und Häufigkeit (Einzeldosis, chronisch täglich, wöchentlich). Allometrische Umrechnungen zwischen Spezies (Maus, Ratte, Kaninchen, Hund) folgen empirischen Regeln der klassischen Pharmakologie, bedürfen jedoch der experimentellen Validierung.
Absolute RUO-Regel: Keine Dosierungsangabe auf einer kommerziellen Website für Forschungspeptide darf als Empfehlung zur Anwendung am Menschen verstanden werden. Der Vermerk „Research Use Only“ untersagt jede klinische Extrapolation. Die in der wissenschaftlichen Literatur dokumentierten Dosierungen sind ausschließlich experimentell und ohne vollständige regulatorische klinische Validierung nicht auf eine therapeutische Anwendung übertragbar.